Malerei

Masaccio Biografie – Lebenslauf, bekannte Werke und künstlerisches Vermächtnis

Masaccio BiografieFresko der Brancacci-Kapelle mit Ausschnitt von Masaccios Selbstporträt

Masaccio (geb. 21. Dezember 1401 in Castel San Giovanni, gest. Herbst 1428 in Rom) war ein bedeutender florentinischer Maler der Frührenaissance, dessen Fresken in der Brancacci-Kapelle in Florenz im Verlauf der gesamten Renaissance ihren maßgeblichen Einfluss behielten. 

In den lediglich sechs dokumentierten Jahren seines künstlerischen Schaffens hat Masaccio die florentinische Malerei radikal verändert.

Seine Kunst nimmt in der Entwicklung der linearen Perspektive und der naturalistischen Malweise eine Schlüsselstellung ein.


Biografie von Masaccio

Kindheit

Masaccio wurde im Winter 1401 in einer Stadt in der Nähe von Florenz als Tommaso di Ser Giovanni di Simone Cassai geboren. Seine Eltern waren Ser Giovanni di Simone Cassai, ein Notar, und Monna Iacopa, die Tochter eines Gastwirts. Masaccio und sein Bruder Giovanni wurden beide Maler, obwohl keines der Elternteile eine Verbindung zur Kunst hatte.

Masaccio war von Kindheit an scheinbar künstlerisch veranlagt. Er wurde bekannt als "Masaccio", was so viel wie "ungeschickter Tommaso" bedeutet, weil er sich nicht um Menschen, Politik oder sein persönliches Auftreten kümmerte und sich lieber auf seine Kunst konzentrierte. Es ist unbekannt, bei wem Masaccio ausgebildet wurde, obwohl zu vermuten ist, dass er in seiner Jugend eine Lehre in einer Künstlerwerkstatt bestritten hat, wie es damals bei jungen Künstlern üblich war.

Ein Jahrhundert später behauptete der Künstlerbiograf Giorgio Vasari, dass einige von ihm in seiner frühesten Kindheit gefertigte Skulpturen in Masaccios Heimatstadt noch überlebt haben, obwohl solche Gemälde inzwischen verloren gegangen seien.

Heute gelten leider jegliche Werke aus dieser frühen Schaffensphase als verloren.

Reifegrad

1422 trat er einer florentinischen Malerzunft bei, der Florentiner Arte dei Medici e Speziali, was darauf hindeutet, dass er zu diesem Zeitpunkt als unabhängiger Künstler in der Stadt tätig war. Das genaue Datum von Masaccios Umzug nach Florenz ist unbekannt.

Ansonsten bieten die Überlieferung bis zum Jahr 1423 kaum als gesichert geltende Fakten. Doch in diesem Jahr zog er im Alter von 22 Jahren gemeinsam mit Masolino nach Rom, einem Künstler, mit dem er während seines gesamten künstlerischen Werdegangs zusammenarbeitete. Dort studierte er die klassischen Skulpturen, deren Proportionen er in seine Malerei integrieren würde.

Nach seiner Rückkehr begann er mit der Arbeit an einer Reihe von Tafelaltären für Kirchen in Florenz, einige in Zusammenarbeit mit Masolino. Die Kunst in Florenz begann unter der Herrschaft der Medici zu wachsen, sodass er mit Kunstwerken von Brunelleschi und Donatello in Kontakt kam. Vor allem Brunelleschi, der das Prinzip der Linearperspektive bekannt machte, hatte großen Einfluss auf Masaccios Arbeit.

Spätwerk

Das wachsende Ansehen von Masaccio erreichte 1425 seinen Höhepunkt, als er sich Masolino anschloss, um eine Reihe von Fresken für die Brancacci-Kapelle in Florenz zu malen. Diese monumentalen Fresken gehörten zu den wichtigsten seiner Karriere und zeigen Szenen aus der Bibel, die er als Ergänzung zu den Werken von Masolino malte.

Als Masolino später in diesem Jahr nach Ungarn reiste, wurde die restliche Gestaltung allein Masaccio überlassen. Er setzte die Arbeit daran noch einige Zeit fort und kehrte sogar zwischendurch in die Kapelle zurück, während er an anderen Aufträgen arbeitete.

Masaccio reiste 1428 nach Rom, wo er in der zweiten Jahreshälfte im Alter von nur 26 Jahren starb. Die Umstände seines Todes sind nach wie vor nur schleierhaft überliefert. Ein dramatischer Bericht beschreibt, dass er von einem rivalisierenden Künstler vergiftet wurde, obwohl viele heute glauben, dass er an der Pest gestorben ist.


Künstlerisches Vermächtnis von Masaccio

Trotz seines überaus kurzen künstlerischen Werdegangs erwies sich Μassacio als einer der wichtigsten Künstler der Frührenaissance. Seine Werke wurden von nachfolgenden Künstlern wie Fra Fillipo Lippi, Fra Angelico und Andrea del Castagno studiert und als Inspiration genutzt. Piero della Francesca war besonders von seiner Verwendung der linearen Perspektive beeinflusst.

In der Hochrenaissance wurden alle drei der wichtigsten Künstler von ihm beeinflusst: Leonardo Da Vinci, Raffael und Michelangelo waren von seiner skulpturalen Darstellung der menschlichen Form in der Freskenmalerei inspiriert. Masaccio kann daher zu Recht als richtungsweisende Persönlichkeit der Frührenaissance bezeichnet werden, der die Einhaltung einer linearen Perspektive und eines realitätsnahen Naturalismus förderte.


Bekannte Werke von Masaccio

Der Zinsgroschen, 1425 - 1428

Massacio, Der Zinsgroschen, 1425 bis 1428

Masaccio, Der Zinsgroschen, 1425 bis 1428

Dieses Fresko ist eine von mehreren Szenen aus dem Leben des heiligen Petrus, die Masaccio in Zusammenarbeit mit dem Maler Masolino in der Brancacci-Kapelle von Santa Maria del Carmine in Florenz gemalt hat. Masolino, der bereits einige Jahre an der Kapelle gearbeitet hatte, gab das Werk schließlich auf, ebenso wie Masaccio, als er nach Rom abreiste, wo er 1428 starb.

So wurde die Arbeit schließlich von Filippo Lippi zwischen 1481 und 1485 fertiggestellt. Obwohl verheerende Brände und zusätzliche Werke späterer Künstler schwere Schäden an der Arbeit verursacht haben, gelten die noch erhaltenen Fresken als einige der wichtigsten in Florenz.

Dieser Bildausschnitt zeigt Christus und seine Anhänger in Capernicum, wo sie Steuern zahlen müssen. Im Zentrum werden Christus und seine Nachfolger mit dem Steuereintreiber konfrontiert. Links sammelt Petrus Gold aus dem Mund eines Fisches, und rechts übergibt Petrus das Geld. 

Das Fresko ist vor allem hinsichtlich der Erzählweise interessant. Hier werden drei verschiedene Handlungen in ein und derselben Szene dargestellt, um eine Geschichte zu erzählen.

Dreifaltigkeit, 1427 - 28

Masaccio Biografie – Lebenslauf, bekannte Werke und künstlerisches Vermächtnis

Dieses Fresko, das an den Wänden der Santa Maria Novella in Florenz gemalt wurde, gilt als Masaccios Meisterwerk. Die Auftraggeber der Arbeit wurden von Masaccio knieend an der Vorderseite des Bildes dargestellt, können aber nicht mit Sicherheit identifiziert werden.

Das Gemälde zeigt die Kreuzigung Christi mit den Figuren der Jungfrau Maria und des Heiligen Johannes am Fuße des Kreuzes. Die Szene widersetzt sich jedoch in so vielerlei Hinsicht der bis dato herrschenden Renaissance-Konvention, dass ihre Bedeutung auch nach Jahrhunderten der Untersuchung nicht einvernehmlich geklärt ist. 

Das Gemälde trägt den Namen Dreifaltigkeit, weil es Christus mit Gott und der weißen Taube des Heiligen Geistes darstellt, die zwischen ihren Köpfen schwebt. Obwohl eine bildliche Darstellung Gottes damals kein religiöses Tabu war, wurde Gott nie in einem konkreten Raum dargestellt.

Die Darstellung des dreidimensionalen Raumes in diesem Gemälde wird oft als der Höhepunkt von Masaccios technischer Meisterschaft angesehen. Die Malkunst, die es Masaccio ermöglichte, einen so realistischen Raum zu schaffen, vermittelt das Gefühl, dass die Kreuzigung direkt vor den Augen des Betrachters in der Kirche selbst stattfindet. Dies verleiht dem Bild eine Unmittelbarkeit, die den Betrachter sofort mit dem Leiden Christi verbindet, nicht nur als Gott, sondern auch als Mitmensch.