Malerei

Acrylfarben oder Ölfarben – Vor- und Nachteile beider Medien

Welches Farbmedium passt besser zu dir?

Acrylfarbe oder Ölfarbe
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Es gibt viele Möglichkeiten, die du ergreifen kannst, wenn du lernen willst, wie man malt.

Die grundlegendste Entscheidung ist die Art der Farbe, die du verwenden willst. Die wohl drei wichtigsten Farbmedien sind die Aquarell-, Acryl- und Ölfarbe. Während es einfach ist, die Unterschiede zwischen Aquarellfarbe den anderen beiden Farbarten aufzuzählen, ist es ein wenig kniffliger, die Eigenschaften der Öl- und der Acrylfarbe voneinander zu unterscheiden. Oft werden sie in ähnlich aussehenden Tuben verkauft, aber bei genauerem Hinsehen offenbaren sich viele Unterschiede.

Wenn du dir nicht sicher bist, welche Farbe du ausprobieren möchtest, werden wir diese Unterschiede aufschlüsseln, damit du Wege findest, deine Fähigkeiten zu verbessern.

Worin besteht der Unterschied zwischen Öl- und Acrylfarbe?

Acrylfarbe Eigenschaften
Foto: Tulenkov / shutterstock.com

Obwohl sie ähnlich aussehen, wenn sie aus einer Farbtube herausgedrückt werden, gibt es grundlegende Unterschiede in der Zusammensetzung der Farben.

Ölfarben wurden erstmals im 12. Jahrhundert entwickelt und dienten der Herstellung einiger der berühmtesten Gemälde der Geschichte wie da Vincis “Mona Lisa” oder Van Goghs “Sternennacht”. Chemisch betrachtet besteht Ölfarbe aus Pigmenten, die in Öl gebunden sind. Obwohl zeitlos, erfordern sie ein wenig mehr Arbeit in der Reinigung und in der Zubereitung. Da sie nicht in Wasser gelöst werden können, muss ein anderes Lösungsmittel zum Einsatz kommen, um die Konsistenz der Farbe zu verändern oder die Farbe zu entfernen. Gewöhnlicherweise wird dazu Terpentin oder Testbezin genutzt.

Acrylfarben sind dagegen viel jünger. Sie wurden erstmals in den 1950er Jahren auf den Markt gebracht und enthalten Pigmente, die in einer Acrylpolymer-Emulsion gebunden sind. Im Gegensatz zu Ölfarben benötigst du keine Chemikalien, um Acrylfarbe zu verdünnen, sondern kannst ihre Konsistenz mit Wasser verändern. Sobald das in der Farbe enthaltene Wasser verdunstet ist und die Farbe ausgehärtet ist, lässt sie sich allerdings nicht mehr mit Wasser anrühren. Ausgehärtete Acrylfarbe ist ein Kunststoff, der eine wasserresistente Oberfläche aufweist.

Im Großen und Ganzen ist der Umgang mit der Acrylfarbe deutlich unkomplizierter. Du kannst sie ohne großen Aufwand mischen und verdünnen, um die gewünschte Konsistenz für dein Projekt zu erhalten. Dieser Aspekt macht sie ideal für Anfänger.

Die Charakteristiken von Ölfarbe und Acrylfarbe

Acrylfarben Ölfarben Tuben
Foto: jannoon028 / shutterstock.com

Trocknungszeit

Einer der größten Unterschiede zwischen den beiden Farben ist die Trocknungszeit. Ölfarben trocknen extrem langsam. Es kann Wochen oder gar Monate dauern, bis die Farbe vollständig aushärtet, und es ermöglicht dir, dich von einer noch nicht abgeschlossenen Arbeit zu entfernen, um zu einer späteren Zeit an derselben Stelle weiterzuarbeiten.

Acrylfarbe trocknet dahingegen sehr schnell. Das Wasser entweicht schnell aus der Farbe, sodass sie teilweise bereits nach Minuten, teilweise nach Stunden zu fest wird, um sie zu verarbeiten. Wenn du zügig vorankommen willst und ein Werk malen willst, das nach seiner Fertigstellung am nächsten Tag schon ausgehärtet ist, bist du bei der Acrylfarbe richtig.

Lichtechtheit

Lichtechtheit ist die Eigenschaft, wie schnell eine Farbe bei Lichteinwirkung verblasst. Öl- und Acrylfarben reagieren unterschiedlich auf die Lichtverhältnisse.

Ölfarben verblassen mit der Zeit. Wenn Sie schon einmal ein altes Gemälde gesehen haben, werden Sie vielleicht feststellen, dass es ein wenig vergilbt ist, denn das Pigment wird mit der Zeit sichtlich matter und das Ölbindemittel tritt durch.

Acrylfarben haben hingegen eine ausgezeichnete Lichtechtheit. Sie sehen heute genauso aus wie in vielen Jahren in der Zukunft. Da die Farbe noch relativ jung ist, bestehen jedoch keine Erfahrungswerte, wie die Gemälde nach einigen Jahrhunderten aussehen.

Vielfältigkeit und Experimentierfreudigkeit

Dieses Merkmal ist eine der auffälligsten Variationen zwischen Öl- und Acrlyfarben, bei der die Acrylfarbe deutlich vorne liegt.

Acrylfarbe ist bekannt für ihre experimentelle Vielfalt. Bei Acrlyfarben kannst du verschiedenste Medien hinzugeben, um die farbliche Ausgangsbasis zu verändern. Du kannst die Farbe verdicken, sie dünnflüssiger machen und ihre Trocknungszeit veränder, ohne die Farbqualität zu beeinträchtigen. Gleichzeitig wirst du auch nur mit Farbe und Wasser schon viele Variationen zum Ausprobieren anrühren können. Mit der Acrylfarbe kannst du beinahe so pastös wie mit einer Ölfarbe malen, oder so lasierend wie mit Wasserfarbe. Die Möglichkeiten, die Eigenschaften der Acrylfarbe zu deinen Gunsten zu manipulieren sind beinahe endlos.

Ölfarben besitzen nicht dieselbe Flexibilität. Weil die Ölfarbe so plastisch ist, eignen sie sich gut für eine naturalistische Malweise mit nahtlosen Übergängen. Andererseits kannst du die Ölfarbe auch impasto auftragen, das bedeutet, mit deutlich sichtbarer Pinselführung und harten Strichen.

Wenn du also gerne in der Mischtechnik arbeitest oder schon einmal darüber nachgedacht hast, mit der Viskosität der Farbe zu experimentieren, solltest du dich zweifelsfrei für Acrylfarbe entscheiden.

Woher weißt du nun, welche Farbe für dich die richtige ist?

Farbstriche
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Nach dem, was wir nun über die beiden Farben wissen, kannst du jetzt bestimmen, was die beste Wahl für dich ist: Acrylfarben oder Ölfarben. Also, frag dich selbst: Welche Art von Bildern willst du erschaffen? Bist du auf der Suche nach etwas, das experimentell und eher gestalterisch ist? Wenn ja, dann solltest du dich für Kunststoffe entscheiden. Aber wenn du dich vor allem dem naturalistischen Malstil widmen willst, sind Ölfarben mir ihren unheimlich weichen Übergängen die beste Wahl.

Eine weitere Überlegung ist, wo du malen wirst. Ölfarben sind ein sinnliches Pigment, aber sie sind auch sehr geruchsintensiv – vor allem die Substanzen, die du zum Reinigen deiner Pinsel verwenden musst. Stelle sicher, dass du in einem gut belüfteten Bereich bist, wenn du mit ihnen arbeitest. Dahingegen sind Acrylfarben beinahe geruchslos.

Fazit: Acrylfarbe oder Ölfarbe

Wir hoffen, du bist nun deiner Entscheidung näher gekommen, ob du dich zunächst der Acrylfarbe oder der Ölfarbe widmen willst. Für Anfänger spricht vieles für die Einfachheit und die Vielseitigkeit der Acrylfarbe, wobei die Ölfarbe in ihren weichen Farbübergängen und dem impasto kaum übertroffen werden kann.

Titelbild: rawpixel.com / shutterstock.com