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Andy Warhol – Biografie, Werke und künstlerisches Erbe

Andy Warhol TitelbildFoto: Jack Mitchell / CC BY-SA 4.0

Andy Warhol war der erfolgreichste und am besten bezahlte kommerzielle Illustrator in New York - und das, bevor er sich entschied, Kunst für Galerien und Sammler zu gestalten.

Trotzdem wurden seine im Siebdruckverfahren gedruckten Bilder von Marilyn Monroe, der berühmten Campbell-Dose und seine Banane schnell zum Synonym der Pop-Art.

Andy Warhol ist aus der Armut einer europäischen Einwandererfamilie in die USA hervorgegangen. In Pittsburgh aufgewachsen, stieg er in New York zu einem der charismatischsten Künstler seiner Zeit auf und rangierte in den höchsten Kreisen der New Yorker High Society.

Viele Kunsthistoriker betrachten den Aufstieg Warhols als gleichbedeutend mit dem Aufstieg der Pop Art in die Galerien dieser Welt. Als moderne Ikone hat er ein bis dato unerreichtes Bekanntheitslevel für einen Künstler erreicht, das weit über die Grenzen der Kunst reichte und bis seinen Geist bis heute am Leben erhält.

In diesem Artikel sehen wir uns die Ikone Andy Warhol einmal genauer an. Von seinen bescheidenen Anfängen, bis hin zu seinem Höhepunkt seiner Karriere in New York. Wir betrachten die wichtigsten Werke und schätzen sein künstlerisches Vermächtnis für die Kunstwelt ein.

Zusammenfassung: Das Wichtigste zu Warhol

Andy Warhol
  • Warhols frühe kommerzielle Illustration wird als das Gebiet bezeichnet, in der er zum ersten Mal lernte, wie man die Geschmäcker manipulieren kann. Seine Zeichnungen waren oft komisch und dekorativ, und unterschieden sich völlig von der kalten und häufig unpersönlichen Stimmung seiner Pop-Art.
  • Nach wie vor wird viel über die ikonischen Siebdrucke diskutiert, mit denen Warhol in den frühen 1960er Jahren seinen Ruf als Pop-Artist aufbaute. Einige betrachten seine Serie Death and Disaster und seine Marilyn-Bilder als offenen Ausdruck seiner Trauer im öffentlichen Leben. Andere betrachten sie als einige der ersten Ausdrücke der "Mitleidsmüdigkeit". Gemeint ist die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit die Fähigkeit verlor, mit Ereignissen zu sympathisieren, von denen sie sich entfernt fühlt. Wieder andere betrachten seine Bilder als Projektionsflächen, die versuchen, Schreckliches zu erfassen und zu verarbeiten.
  • Obwohl Künstler im Laufe des 20. Jahrhunderts auf die Popkultur zurückgegriffen hatten, markierte die Pop-Art eine wichtige neue Etappe im Bruch zwischen verschiedenen Kunstformen. Warhols Gemälde aus den frühen 1960er Jahren waren wichtig, um diese Entwicklungen voranzutreiben, aber es ist anzunehmen, dass die vielfältigen Aktivitäten seiner späteren Jahre ebenso einflussreich waren, um die Implikationen der Pop-Art auf andere Bereiche auszudehnen und die Grenzen zwischen der Welt der vermeintlich hohen Kunst und der Populärkultur weiter abzubauen.
  • Obwohl Warhol während seiner Karriere weiterhin unregelmäßig Gemälde schuf, zog er sich 1965 weitestgehend aus dem Malmedien zurück, um sich auf die Herstellung von Experimentalfilmen zu konzentrieren. Trotz jahrelanger Missachtung haben diese Filme in jüngster Vergangenheit großes Interesse geweckt, und Warhol gilt heute als einer der bedeutendsten Filmemacher seiner Zeit.
  • Kritiker sehen Warhols Karriere ab 1968 als rückgängig, nachdem er von Valerie Solanas angeschossen wurde. Vor allem seine frühen Gemälde werden von den meisten Kunsthistorikern und von der gesamten Öffentlichkeit heutzutage wertgeschätzt. Sein Dasein als Verleger, Kunstsammler, Fotograf und Veranstalter wird häufig in den Hintergrund verdrängt. Dabei waren es genau diese Dinge, die vielen Künstlern einen Weg gezeigt haben, sich nicht nur auf eine einzige Sache innerhalb der Kunst beschränken zu müssen.

Andy Warhol Biografie

Kindheit

Andy Warhol war das dritte Kind tschechoslowakischer Immigranten der USA und wurde in einem Arbeiterviertel von Pittsburgh geboren wurde. Er hatte zwei ältere Brüder, John und Paul.

Schon als Kind galt Andy als klug und kreativ. Seine Mutter, selbst eine Gelegenheitskünstlerin, ermutigte seinen künstlerischen Drang, indem sie ihm im Alter von neun Jahren seine erste Kamera gab. Warhol war bekannt dafür, an einer Nervenkrankheit zu leiden, die ihn häufig zu Hause hielt. In dieser Zeit hörte der Junge sehr viel Radio und sammelte Bilder von Filmstars um sein Bett herum. Es war diese Auseinandersetzung mit aktuellen Ereignissen in jungen Jahren, die ihn nach eigener Aussage mit der Populärkultur und Prominenten besessen gemacht hat.

Als er 14 Jahre alt war, starb sein Vater und überließ einen Teil des Geldes, damit einer der Jungen eine Universität besuchen konnte. Die Familie entschied, dass Andy sich an einer Hochschule am besten zurechtfinden würde und den größten Nutzen aus dem dort vermittelten Wissen ziehen könnte.

Frühzeitige Ausbildung

Nach dem High School Abschluss im Jahr 1945 besuchte Warhol das Carnegie Institute of Technology, wo er eine formelle Ausbildung in Bildgestaltung durchlief. Kurz nach seinem Abschluss, 1949, zog er nach New York City, wo er als Illustrator arbeitete. Sein erstes Projekt gestaltete er für den Artikel "Success is a Job in New York" des Glamour Magazines. In den 1950er Jahren setzte Warhol seine erfolgreiche Karriere in der Illustration fort und arbeitete für mehrere bekannte Zeitungen und Magazine wie Vogue, Harper's Bazaar und The New Yorker.

Abseits dessen produzierte er Werbe- und Schaufensterdekorationen für lokale Einzelhändler. Seine Zusammenarbeit mit I. Miller & Sons, bei denen seine eigentümlichen Werbeanzeigen besonders auffielen, machte ihn vor Ort bekannt und gewann sogar mehrere Auszeichnungen vom Art Director's Club und dem American Institute of Graphic Arts.

In den frühen 1950er Jahren beschloss Andy Warhol, sich als Künstler selbstständig zu machen. Seine Erfahrung und sein Fachwissen in der kommerziellen Kunst, kombiniert mit seinem fundierten Verständnis für die amerikanische Populärkultur beeinflussten sein bemerkenswertestes Werk. 1952 stellte er in seiner ersten Einzelausstellung in der Hugo Gallery in New York fünfzehn Zeichnungen basierend auf den Schriften von Truman Capote aus.

Während er seine Arbeiten an mehreren Orten in New York City ausstellte, nahm er 1956 an seiner ersten Gruppenausstellung im MoMA teil. Warhol wurde auf andere aufstrebende Künstler aufmerksam und bewunderte die Werke von Robert Rauschenberg und Jasper Johns, die ihn dazu inspirierten, seine eigenen künstlerischen Experimente zu erweitern.

1960 war das Jahr, in dem Warhol damit begann, in seinen Gemälden Werbung und Comics zu integrieren. Diese Werke, Beispiele der frühen Pop-Art, waren durch expressivere und malerischere Stile mit deutlich erkennbaren Pinselstrichen gekennzeichnet und wurden lose vom abstrakten Expressionismus beeinflusst. Spätere Werke, wie seine Brillo-Boxen (1964), stellten jedoch eine direkte Rebellion gegen den Abstrakten Expressionismus dar, indem sie fast vollständig jeden Hinweis auf die Handschrift des Künstlers beseitigten.

Künstlerischer Erfolg und Etablierung als Ikone

Andy Warhol zusammen mit Tennessee Williams und Paul Morrissey

Andy Warhol zusammen mit Tennessee Williams und Paul Morrissey, 1967

Im September 1960, nachdem er in ein Stadthaus an der Lexington Avenue 1342 an der Upper East Side von Manhattan gezogen war, begann Andy Warhol seine produktivste Zeit. In seiner vorherigen Wohnung, in der er gemeinsam mit seiner Mutter lebte, hatte er sich keinen Raum als Atelier einrichten können - das änderte sich mit dem Umzug.

Darüber hinaus mietete Warhol für 150 Dollar pro Monat ein verlassenes Feuerwehrhaus an, das er in Verbindung mit seinem Apartment in der Lexington Avenue bis 1964 als Kreativräumlichkeiten nutzte.

In Weiterführung der Werbe- und Comic-Thematik basierten seine Gemälde in den frühen 1960er Jahren vor allem auf illustrierten Bildern aus Printmedien und Grafikdesign. Um seine großformatigen grafischen Leinwände zu gestalten, verwendete Warhol einen Projektor, um die Bilder auf eine große Leinwand an der Wand zu vergrößern. Anschließend malte er das Bild direkt auf die Leinwand, ohne eine zusätzliche Bleistiftskizze anzufertigen.

Ende 1961 begann Warhol schließlich mit den Gemälden der Suppendosen von Campbell. Die Serie verwendete viele verschiedene Techniken, aber die meisten wurden mit Warhols Projektormethode gemalt.

Im Jahr 1962 widmete er sich vermehrt dem Siebdruck. Diese Technik ist ein weiteres Werkzeug in seinem künstlerischen Repertoire, mit dem er seine Kunstwerke von seiner individuellen Pinselführung lösen konnte. Durch den Siebdruck konnte er das Motiv auch mehrmals wiederholen, um eine Serie des gleichen Motivs in verschiedenen Farbkonstellationen zu erstellen.

Seine ersten Siebdrucke beruhen auf der Vorder- und Rückseite von Dollarscheinen, und er schuf mit dieser Methode mehrere Serien von Bildern verschiedener Konsumgüter und Werbeartikel.

Ab Herbst 1962 begann er auch mit der Produktion von Fotosiebdruckarbeiten, bei denen ein fotografisches Bild auf die Siebdrucke übertragen wurde. Das erste bekannte Beispiel dieser Technik war Baseball (1962), wohingegen sich die folgenden Motive teils schockierender Bilder bedienten, die sich aus Zeitungsfotos von Autounfällen, Unruhen oder Geld und Haushaltsprodukten der Verbraucher zusammensetzten.

The Factory als Zentrum seines Schaffens

Das Decker Building war ab 1968 die Heimat von The Factory. Foto: Dmadeo / CC BY-SA 4.0

1964 zog Warhol in die 231 East 47th Street und nannte das Gebäude "The Factory". Da er zu diesem Zeitpunkt als Künstler einen gewissen Erfolg erzielt hatte, konnte er mehrere Assistenten einstellen, die ihm bei seiner Arbeit halfen. Dies markierte einen Wendepunkt in seiner Karriere. Jetzt konnte er seine Handschrift gänzlich von der Bildfläche verschwinden lassen und wiederkehrende, massenproduzierte Bilder schaffen, die die Frage "Was macht Kunst zur Kunst" aufwarfen. Dies war eine Idee, die erstmals von Marcel Duchamp präsentiert wurde, den Warhol bewunderte.

Warhol war ein Leben lang von Hollywood fasziniert, wie seine Serie von ikonischen Bildern der Marilyn Monroe oder Elizabeth Taylor zeigt. In der Stable Gallery in NYC experimentierte er überdies 1964 das erste mal mit Installationen, vor allem mit seinen Brillo-Boxen.

Um seine Auseinandersetzung mit verschiedenen Medien fortzusetzen, begann Warhol sich mit der Filmgestaltung auseinanderzusetzen. Zwei Jahre später, nach einer Reise nach Paris zu einer Ausstellung seines Werkes, kündigte er an, dass er sich aus der Malerei zurueckziehen wolle, um sich ausschließlich auf die Filmkunst zu konzentrieren. Obwohl er diese Absicht nie ganz durchgezogen hat, produzierte er viele Filme, vor allem mit seinen Freunden und Kollegen, die häufig in The Factory zu Besuch waren.

Warhol mit Kamera

Warhol Lommel 1979

Hollywood House of Horror/ CC BY 3.0

Zwischen 1963 und 1976 schuf er etwa 600 Filme mit einer Länge von wenigen Minuten bis zu einer Länge von 24 Stunden.

Hier findest du eine Auswahl bekannter Andy Warhol Filme 

Filmauswahl als Regisseur

Sonstige Einflüsse und Attentat

Warhol hatte seit den 1950er Jahren auch Kunstbücher eigenständig publiziert, aber sein erstes massenproduziertes Buch, Andy Warhols Index, wurde 1967 veröffentlicht. Später veröffentlichte er mehrere weitere Bücher und gründete 1969 mit seinem Freund Gerard Malanga das Interview Magazine. Das Magazin ist Prominenten gewidmet und befindet sich auch heute noch in Produktion.

Nach einem Attentat auf ihn im Jahr 1968, durch die Feministin Valerie Solanas, beschloss er, sich von seinem Umfeld zu distanzieren. Dies markierte das Ende der Factory-Szene der 1960er Jahre. Warhol suchte anschließend eine Gesellschaft in der New Yorker High Society. Dieser Wandel erklärt auch, wieso seine späten Werke vor allem Auftragsporträts waren, die von gedruckten Polaroidfotografien stammen.

Die bemerkenswerteste Ausnahme bildet seine berühmte Mao-Serie, die als Kommentar zu Präsident Richard Nixons Besuch in China geschaffen wurde. Ohne die kommerzielle Anziehungskraft seiner früheren Porträts sahen die Kritiker Warhol nur noch als Schein seines eigentlichen künstlerischen Potenzials. Dennoch machte Andy Warhol wahrscheinlich in dieser Zeit die wirtschaftlich größten Sprünge, indem er Kunst für ausschließlich gut betuchte Menschen kreierte, die für seinen Namen viele Geld bezahlten.

Späte Jahre und Tod

In den späten 1970er und 1980er Jahren kehrte Warhol zur Malerei zurück und schuf Werke, die häufig an die Abstraktion grenzten. In den 1980er Jahren hatte Warhol einen Großteil seiner Berühmtheit wiedererlangt, was zum Teil auf seine Zusammenarbeit mit Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente zurückzuführen ist, den beiden deutlich jüngeren und innovativeren Künstlern dieser Zeit.

In seinen letzten Lebensjahren wandte sich Andy Warhol religiösen Themen zu. Seine Version von Leonardo da Vincis Abendmahl ist besonders bekannt. In diesen Werken verschmolz Warhol das Heilige mit der Respektlosigkeit, indem er vergrößerte Logos von Marken den Bildern Christi und seiner Apostel gegenüber stellte.

Nach postoperativen Komplikationen durch eine routinemäßige Gallenblasenoperation starb Warhol am 22. Februar 1987 im Alter von 58 Jahren und wurde in seiner Heimatstadt Pittsburgh bestattet.

Vermächtnis

Andy Warhol Denkmal

Foto: Thomas Good / CC BY-SA 3.0

Andy Warhol war einer der einflussreichsten Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und schuf einige der bekanntesten Bilder, die je produziert wurden. Warhol stellte die idealistischen Visionen und persönlichen Emotionen, die durch die Abstraktion vermittelt wurden, in Frage und nahm die Populärkultur und die kommerziellen Prozesse auf, um Werke zu schaffen, die die breite Öffentlichkeit ansprachen. Er war einer der Pioniere der Pop-Art-Bewegung und erweiterte die Ideen von Duchamp, indem er die Definition der Kunst selbst in Frage stellte. Seine künstlerischen Risiken und seine ständige Auseinandersetzung mit Themen und Medien machten ihn zu einem Pionier in fast allen Facetten der bildenden Kunst.

Sein unkonventioneller Stil und sein einflussreiches Umfeld halfen ihm, den von ihm angestrebten Ikonen-Status zu erreichen.

Andy Warhol Werke: 8 Arbeiten im Überblick

Coca-Cola (3), 1962

Beschreibung und Analyse des Kunstwerks:

Ich male nur Dinge, die ich schon immer für schön hielt, die man jeden Tag benutzt und an die man nie denkt.

Warhols Aussage verkörpert sein Leitbild, gewöhnliche Alltagsgegenstände in den Mittelpunkt seiner Kunst zu stellen. Eine weitere Ansage an den Abstrakten Expressionismus war das Format der Coca-Cola-Dose. Mit 176.2 x 137.2 cm hatte die Coca-Cola (3) ähnliche Maße wie viele bekannte expressionistische Werke dieser Zeit.

Coca-Cola (3) wurde bei Christie's für die stolze Summe von 57,285,000
US-Dollar verkauft. Gemalt wurde das Bild in Kaseinfarbe auf Baumwolle.

Gold Marilyn Monroe, 1962

Gold Marilyn Monroe

Beschreibung und Analyse des Kunstwerks: Nach ihrem plötzlichen Tod an einer Überdosis Schlaftabletten im August 1962 wurden Leben, Karriere und Tragödie von Superstar Marilyn Monroe zu einer weltweiten Angelegenheit.

Warhol, der schon seit seiner Kindheit in Ruhm und Popkultur vernarrt war, erhielt ein Schwarz-Weiß-Werbefoto von ihr und nutzte das Foto, um mehrere Bildserien zu erstellen. Allen Werken Marilyns war gemeinsam, dass ihr Bild immer wieder reproduziert wurde, wie man es damals in Zeitungen und Zeitschriften finden würde. Nach dem Betrachten von Dutzenden solcher Bilder hört der Betrachter auf, eine abgebildete Person zu sehen, bleibt aber mit einem Symbol der populären Konsumkultur stehen.

In Gold Marilyn Monroe spielt Andy Warhol weiter mit der Ideenikonographie und setzt Marilyns Gesicht auf einen goldenen Hintergrund. Der Hintergrund erinnert an byzantinische religiöse Symbole, die bis heute im Mittelpunkt des orthodoxen Glaubens stehen. Nur anstelle eines Gottes betrachten wir ein Bild von einer Frau, die zum Ruhm aufstieg und in einer schrecklichen Tragödie starb.

Warhol kommentiert mit diesem Werk auf unterschwellige Art und Weise unsere Gesellschaft und ihre Verherrlichung von Prominenten, die beinahe ins Göttliche reicht.

Sleep, 1963

Beschreibung und Analyse des Kunstwerks: In den frühen 60er Jahren, in einer Zeit immenser Kreativität, stellte Warhol den Ist-Zustand durch das Medium des Films in Frage. Im Laufe seiner Karriere drehte Warhol über 650 Filme zu den verschiedensten Themen. Seine Filme wurden von der Kunstwelt gelobt, und ihr Einfluss zeigt sich in der Performance-Kunst und im experimentellen Filmschaffen bis heute.

Im Jahr 2013 nahm die Schauspielerin Tilda Swinton an einer Installation teil, bei der sie in einem Glaskasten im MoMA schlief, und die Schriftstellerin, Schauspielerin und Regisseurin Lena Dunham äußerte kürzlich den Wunsch, Warhols Sleep mit sich selbst als Hauptdarstellerin neu zu filmen.

Dieser sechsstündige Film ist eine detaillierte Erkundung des Schlafes von John Giorno. Der Betrachter sieht Warhols damaligen Partner durch die Augen des Künstler. Giornos nackter Körper ist dabei in jeder Szene zu sehen.

Obwohl es sich hierbei um eine Serie von fortlaufenden Bildern zu handeln scheint, handelt es sich eigentlich um Wiederholung der gleichen Szenen nach einer bestimmten Zeitperiode. Die Wiederholung stand im Mittelpunkt von Warhols Werk, ebenso wie seine Faszination für das Alltägliche. Alle Menschen müssen schlafen; Warhol verwandelte erneut die Banalität in eine künstlerische Ausdrucksform, wie man sie zu der Zeit noch nicht gewohnt war.

Die Filme "Empire" und "Eat" folgten auf den Film Sleep. Bei Empire handelt es sich um einen achtstündigen Film des Empire State Buildings in der Abenddämmerung.

Eat ist ein 45-minütiger Film über einen Mann, der einen Pilz isst.

Warhols Themen waren so umfangreich wie seine Filmografie. Ein weiterer bekannter Film war "Blow Job", in dem DeVeren Bookwalters Gesicht 35 Minuten lang zu sehen ist. Es bleibt offen, ob er während der Aufnahme tatsächlich Oralsex an sich praktizieren ließ, oder ob es sich dabei nur um künstlerischen Titel Warhols handelte.

Orange Car Crash Fourteen Times, 1963

Beschreibung und Analyse des Kunstwerks: Orange Car Crash Fourteen Times stammt aus der Serie Death and Disaster, die zur Zeit ihrer Veröffentlichung viel Aufmerksamkeit um Andy Warhol erzeugte. 

Kunstkritiker Christopher Knight aus der Los Angeles Times vorgeschlagen wurde. Der abgebildete Autounfall ist dem Foto des Autounfalls in Long Island sehr ähnlich, bei dem Jackson Pollock 1956 starb.

Andy Warhol erinnert die Zuschauer daran, dass der Abstrakte Expressionismus (für den Pollock eintritt) nun tot ist. Vielleicht ist Warhol also nicht so sehr in der Populärkunst engagiert, sondern liefert sehr spezifische und elitäre Kommentare aus der Kunstwelt.

Brillo Box, 1964

Beschreibung und Analyse des Kunstwerks: Warhol präsentierte dem Betrachter im Siebdruckverfahren auf Sperrholz exakte Nachbildungen von häufig verwendeten Produkten aus Haus und Supermarkt.

Die Brillo Boxen lassen sich übereinander stapeln, sind auf gewisse Art und Weise Skulpturen. So können sie in verschiedenen Konstellationen in ihren Ausstellungsräumen angeordnet werden. Trotzdem ist jede Box genau gleich, die eine ist nicht besser als die andere.

Anstelle einer Serie desselben Motivs auf immer unterschiedliche Darstellungsweise, macht Andy Warhol mit seinen Brillo Boxen, dass all Produkte gleich sind und keines besser ist, als das andere. Warhol macht sich bei der Herstellung dieser Gegenstände in The Factory wieder über die Kunstwelt und den künstlerischen Schöpfer lustig und provoziert sie auf brillante Art und Weise.

Mit den Boxen hat Warhol vermutlich aber auch eine persönliche Verbindung. Er stammt aus Pittsburgh, einer Stadt, die durch die Stahlindustrie reich geworden ist und anschließend ihren einstigen Wohlstand wieder verloren hat. Brillo besteht aus Stahlwolle und wurde häufig von Hausfrauen verwendet, um Töpfe und Pfannen zu reinigen.

Mao, 1973

Mao Andy Warhol

Foto: Radu Bercan / shutterstock.com

Beschreibung und Analyse des Kunstwerks: Warhol kombiniert Farbe und Siebdruck in diesem Bildnis von Mao Zedong, einer Serie, die er in direkter Reaktion auf den Besuch von Präsident Richard Nixon 1972 in China schuf.

Warhol nahm das Schwarz-Weiß-Bild von Mao aus seinem Roten Buch und schuf Hunderte von unterschiedlich großen Leinwänden des totalitären Herrschers. Einige dieser Gemälde messen mehrere Meter in Höhe und Breite, eine Skala, die an die dominante Natur von Maos Herrschaft über China und den gewaltigen Kult seiner Persönlichkeit erinnert, den Mao in der Bevölkerung ausübte. Diese monumentale Größe spiegelt auch die gewaltigen propagandistischen Darstellungen wider, die während der Kulturrevolution in ganz China präsentiert wurden.

Aber indem Warhol Hunderte solcher Bilder schuf und sie wie in einem Supermarktregal ausrichtete, kritisierte er genau dieses vermittelte Bild des Herrschers. Warhols Mao erscheint wie ein Konsumprodukt, was wiederum genau den Ideen kommunistischen Ideen Maos widerspricht.

Rorschach, 1984

Beschreibung und Analyse des Kunstwerks: Obwohl Warhols Frühwerk einen dramatischen Bruch mit dem Abstrakten Expressionismus markierte, blieb er während seiner gesamten Karriere an den Möglichkeiten der Abstraktion interessier. Im Jahr 1984 konzentrierte er seine abstrakten Ideen auf eine Serie, die er Rorschach nannte.

Inspiriert wurden sie durch den so genannten Rorschach-Test, der vom Schweizer Psychologen Hermann Rorschach entwickelt wurde.

Self Portrait, 1986

Andy Warhol Selbstporträt

Foto: Eric Broder Van Dyke / shutterstock.com

Beschreibung und Analyse des Kunstwerks: Warhols Selbstporträts, die er im Laufe seiner Karriere schuf, zeigen dasselbe Motiv im Wandle seiner künstlerischen Entwicklung. Man denke nur an die Tatsache, dass Warhol seine künstlerische Karriere als nerdiger, schüchterner Illustrator begann und sie als globale Ikone beendete, dessen Popularität mit seinen größten Darstellungen mithalten konnte.

In dieser speziellen Arbeit liegt der Schwerpunkt auf Warhols Kopf und seiner Perücke. Durch die Verwendung von sich wiederholenden Bildern, die sich jeweils leicht voneinander unterscheiden und die er im Anschluss übereinanderlegte, erzeugt er in dem Werk einen Eindruck der Bewegung.

Das Selbstporträt, das gegen Ende seines Lebens entstanden ist, zeigt den Künstler mit seiner charakteristischen Perücke und nutzt Schatten und Licht auf dramatische Weise.

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