Kunstwerke im Musée d'Orsay
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8 bedeutende Kunstwerke im Musée d’Orsay

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Das Musée d'Orsay in Paris ist Ausstellungsort einiger der größten Werke der französischen und europäischen Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Dieser atemberaubende, in ein Museum umgebaute Bahnhof, ist ein Muss für jeden, der sich für Kunst interessiert, und seine umfangreiche Sammlung bedeutet, dass du wahrscheinlich mehrere Male vorbeikommen musst, um alles zu sehen, was es zu bieten hat.

Wenn du das Pariser Wahrzeichen besucht, solltest du an folgenden Gemälden auf jeden Fall einen Halt machen. Hier sind acht der bedeutendsten Kunstwerke im Musée d'Orsay.

Gustave Courbet, Ein Begräbnis in Ornans

Gustave Courbet, Ein Begräbnis in Ornans, 1849

Gustave Courbet, Ein Begräbnis in Ornans, 1849

Gustave Courbet, ein Wegbereiter des französischen Realismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts, versuchte, die Malerei von dem zu lösen, was er als elitären Akademismus romantischer Künstler sah. Insbesondere die Werk von Künstlern wie Jacques-Louis David, Eugène Delacroix und Jean-Auguste-Dominique Ingres empdand er als zu traditionell. Courbet wollte eine neue, gesellschaftsbewusste Ästhetik schaffen, die auf der materiellen Welt basiert und die Arbeiterklasse ohne Idealisierung einbindet.

Die imposante Größe von Ein Begräbnis in Ornans ist eine Willenserklärung. Zum ersten Mal in der Geschichte standen die Armen im Mittelpunkt der Kunst - ein Privileg, das nur den reichen Gönnern und klassischen Gestalten zuteil wurde.

Das Gemälde greift subtil die damals zunehmende Säkularisierung Frankreichs auf, mit Geistlichen, die als grobe Karikaturen mit dem Rücken zu Christus dargestellt werden, der von den Trauernden scheinbar unbemerkt bleibt.

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Pierre-Auguste Renoir, Bal du Moulin de la Galette, 1876

Pierre Auguste Renoir

Pierre-Auguste Renoir, Bal du Moulin de la Galette, 1876

Während Courbets Gemälde darauf abzielten, die Bauernschaft künstlerisch in den Vordergrund zu rücken, erfasste Pierre-Auguste Renoirs Bal du Moulin de la Galette die aufkeimende Cafékultur und die Bürgerklasse, die in den 1870er Jahren durch Paris strömte.

Nach den 1850er und 1860er Jahren, als Haussmann die französische Hauptstadt von einer schmutzigen, engen mittelalterlichen Stadt zu einer modernen Stadt mit breiten Boulevards, Freiflächen und einheitlichen Gebäuden umgestaltete, wurde Paris zu einem städtischen Zentrum für Künstler, Schriftsteller und wohlhabenden Gönnern. 

Renoirs Gemälde fängt die Lebendigkeit dieses neuen Paris ein - eine Stadt, in der die Menschen den Tag genießen, mit ihren Freunden tanzen und trinken. Dieses Werk bietet einen atemberaubenden Einblick in die Mode und den Geist der Zeit, eine kultige Darstellung dieser lebendigen Stadt.

Edgar Degas, Le souper Au Bal, 1879

Edgar Degas Le Souper au Bal

Kunstwerke im Muséet d'Orsay | Edgar Degas, Le Souper au Bal, 1879

Le souper Au Bal ist ein sehr kleines Gemälde und keineswegs eines der berühmtesten Werke von Degas im Musée d'Orsay, aber ein atemberaubender und differenzierter Gesellschaftskommentar.

Auf den ersten Blick scheint dieses Bild einige Gemeinsamkeiten mit Renoirs Bal du Moulin als Bild der in leuchtenden Farben dargestellten Gesellschaft zu haben, doch es scheint eher eine Warnung als eine Würdigung des bürgerlichen Status quo zu sein. In einem Umfeld einer solchen Dekadenz, gefüllt mit Kronleuchtern, teuren Anzügen und kostbaren Kleidern werden die Figuren auf ein absolutes Höchstmaß an gesichtsloser Anonymität reduziert.

Die Unschärfetechnik beschwört nicht nur die Energie des Raumes, sondern suggeriert eine Art Vergänglichkeit und die Vorstellung, dass nichts in dieser materialistischen Welt unveränderlich ist oder eine eigene Identität hat.

Wir müssen vorsichtig sein, scheint Degas zu sagen, um unsere Individualität nicht gegen ein Leben in Reichtum und Überfluss zu tauschen.

Edouard Manet, Olympia, 1863

Olympia Edouard Manet

Die Olympia von Edouard Manet ist eines der umstrittensten Gemälde des 19. Jahrhunderts. Bei der ersten Ausstellung im Jahr 1863 hat es die Kunstwelt entsetzt. Manet stellte die Tradition des klassisch idealisierten Akts in Frage und zwang seine Zuschauer, eine "echte" Frau der Gegenwart zu betrachten.

Olympia ist eine Prostituierte, die sich unverschämt mit ihrer Nacktheit wohl fühlt und stolz darauf ist, den Betrachter direkt anzusehen. Dieser direkte Blick stand ganz im Gegensatz zur künstlerischen Konvention der Frauen als passive Formgeberinnen der Schönheit. Manet versuchte nicht nur, sich von diesem Vorbild zu lösen, sondern betonte auch die Ironie von Paris' neu entdeckter "Modernisierung", in der die High Society noch immer keine sexuelle Befreiung und weibliche Selbstbehauptung vermochte.

Kritiker waren angesichts des thematischen Inhalts des Gemäldes und des Stils des Künstlers beleidigt, den sie mit einer "unvollkommenen" Komposition als zu schlicht empfanden.

Frédéric Bazille, L'atelier de Bazille, 1870

Frédéric Bazille, L'atelier de Bazille, 1870

Frédéric Bazille, L'atelier de Bazille, 1870

Die Spannungen um die traditionellen Geschlechterrollen wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts immer größer, und Frédéric Bazilles L'atelier de Bazille unterstreicht eindrucksvoll die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Kunstwelt.

Das Gemälde stellt eine Gruppe von Männern dar, die Kunst beobachten, analysieren und besprechen, wobei gemalte nackte Frauen die einzige weibliche Erscheinung in dem Kunstwerk sind. Diese Musen sind nichts anderes als symbolisch - gefangen in ihren häuslichen Szenen, nur um von den männlichen Intellektuellen in der Malerei objektiviert und bewertet zu werden.

Paul Cézanne, Die Kartenspieler, 1890-1895

Paul Cézanne, Die Kartenspieler, 1894–1895, Musée d'Orsay, Paris

Paul Cézanne, Die Kartenspieler, 1894–1895, Musée d'Orsay, Paris

Diese Version der Kartenspieler ist eines mehrerer Gemälde, die Kartenspieler darstellen, die Paul Cézanne in den frühen 1890er Jahren geschaffen hat. Die Serie ist eines der nachhaltigsten Werke der postimpressionistischen Ära und ist eines der beliebtesten Kunstwerke im Musée d'Orsay.

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Cézanne, wie schon Courbet vor ihm, versuchte, die einfachen Arbeiter der Bauernschaft zu würdigen, die seine Heimat in der Provence ausmachten. Cézanne, der sich nicht für den malerischen Naturalismus interessiert, stellt seine Figuren durch breite Pinselstriche dar, die mit Erdtönen gesättigt sind, um die Wärme dieser Region und ihrer Bewohner zu vermitteln.

Abseits der hektischen Metropole Paris wollte Cézanne mit seiner Provinzkunst die Stabilität und Harmonie darstellen, die in dieser Form des Lebens nach wie vor zu finden ist.

Claude Monet, Houses of Parliament London, 1904

Claude Monet, Houses of Parliament, 1904

Claude Monet, Houses of Parliament, 1904

Während Claude Monet am engsten mit Bildern von Paris und seinem Garten assoziiert wird, waren die Londoner Houses of Parliament Gegenstand einiger der eindrucksvollsten Werke des Künstlers in seinen späteren Jahren. Der Pionier des Impressionismus lehnte die traditionelle Betonung der Exaktheit in der Kunst ab. Vielmehr versuchte er, die Essenz eines flüchtigen Augenblicks festzuhalten, wie z.B. die Sonne, die durch den Nebel strömt. 

Die Houses of Parliament sind ein hervorragendes Beispiel für den impressionistischen Stil, indem er Rot- und Orangenfarben einsetzte, die mit dunkleren Blautönen und der schwarzen Silhouette der Parlamentsgebäude kontrastiert wurden, um diese Impression des Sonnenlichts wiederzugeben.

Vincent Van Gogh, Selbstbildnis, 1889

Kunstwerke im Musée d'Orsay

Vincent van Gogh, Selbstportrait, 1889

Vincent Van Goghs ikonisches Selbstporträt ist eines von über 40 Gemälden, die der Künstler in seiner kurzen Karriere geschaffen hat. Van Gogh, der 1886 nach Paris zog und von den Werken seiner impressionistischen Zeitgenossen lernte, verband diese Einflüsse mit denen der japanischen Holzschnitte wie Ukiyo-e zu einem zarten, fließenden Stil. 

Doch für Van Gogh waren diese Selbstporträts mehr als nur ein Prozess des künstlerischen Experimentierens. Viel mehr waren seine Selbstdarstellungen ein Versuch, sein "Selbst" zu begreifen, das vor allem durch seinen langfristigen Kampf gegen die Depression verwirrt war.

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