Maler

10 berühmte Malerinnen, die die Kunst geprägt haben

Die bedeutendsten Künstlerinnen verschiedener Epochen

Berühmte Malerinnen Hero
60Views

Im Laufe der Jahrhunderte haben Frauen faszinierende Kunstwerke geschaffen, blieben aber oft im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Viele berühmte Malerinnen hatten mit geschlechtsspezifischen Vorurteilen in der männlich dominierten Kunstwelt zu kämpfen. Von verschiedenen Ausbildungseinschränkungen bis hin zu Schwierigkeiten beim Verkauf ihrer Arbeit und der Würdigung ihrer Leistung wurden Frauen auf ihrem Weg zum Ruhm mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Und doch ist es ihnen irgendwie gelungen, die verdiente Anerkennung zu erlangen und sich ihren Platz in der Kunstgeschichte zu sichern.

Trotz der noch immer bestehenden zahlreichen Hindernisse weist die zeitgenössische Kunst einen beträchtlichen Anteil an berühmten Malerinnen auf. Von der prächtigen Mary Cassatt, die nachhaltigen Einfluss auf die Pariser Kunstwelt und den Impressionismus hatte, bis hin zu Frida Kahlo, die mit ihren Selbstporträts die Frage nach der eigenen Identität anregt, findest du hier 10 berühmte Malerinnen, die die Kunst so vielseitig und faszinierend machen und gemacht haben, wie sie heute ist.

Mary Cassatt

Mary Cassatt In the Loge

Als eine von drei Künstlerinnen und als einzige Amerikanerin, die offiziell mit dem Impressionismus in Verbindung gebracht wurde, war Mary Cassatt auch eine unverzichtbare Beraterin, die dazu beitrug, die europäische Kunst bei großen Sammlern in den Vereinigten Staaten vorzustellen. Während sie von Edgar Degas in Paris lernte, half sie ihm im Gegenzug seine Werke in die USA zu verkaufen.

Cassatt war fest davon überzeugt, dass die Malerei das moderne Leben widerspiegeln sollte. Ihr Bild der modernen Frau wird im Gemälde “Frau in Schwarz in der Oper” von 1878 gekonnt in Szene gesetzt. Das Bild war das erste impressionistische Werk, das die Künstlerin in den Vereinigten Staaten ausstellte.

Viele männliche Künstler hatten Frauen in den Theaterrängen als bloße Ausstellungsobjekte dargestellt, aber Cassatts weibliche Protagonistin spielt eine aktive Rolle in der Szene. Dennoch bleibt das männliche Handeln präsent, denn in der Ferne starrt ein grauhaariger Theaterbesucher mit seinem eigenen Fernglas direkt auf die Dame in schwarz. Als Betrachter schließen wir den Kreis.

Georgia O’Keeffe

Georgia O'Keeffe Porträt

Als wegweisende Figur des amerikanischen Modernismus war Georgia O’Keeffe 1915 eine der allerersten amerikanischen Künstlerinnen, die im Gegensatz zur vorherrschenden Bewegung des amerikanischen Realismus ein rein abstraktes Kunstwerk schuf. In Music, Pink and Blue von 1918 abstrahiert O’Keefe ein blumiges Motiv mit extremem Beschnitt und erzeugt einen Bogen aus bunten Blütenblättern, die mit einer vom Titel suggerierten musikalischen Energie surren.

Die Lehren des russischen Künstlers Wassily Kandinsky inspirierten O’Keeffe zum Teil darin, dass Musik in etwas für das Auge übersetzt werden kann, um einen reinen Ausdruck ohne andere externe Quellen zu erreichen.

Frida Kahlo

[ K ] Frida Kahlo - Two Fridas (1939) (possible allusion to the 'Gabrielle d'Estrées and one of her sisters')

Frida Kahlos wilde Selbstporträts mit ihrer unverwechselbaren, breiten Augenbraue und ihrem Schnurrbart wurden weltberühmt. Tatsächlich sind Kahlos Bilder verführerisch und konfrontierend zugleich.

In “Die zwei Fridas” (Las dos Fridas) von 1939, kurz nach Kahlos Scheidung vom mexikanischen Wandmaler Diego Rivera, zeigt Kahlo ihre beiden Persönlichkeiten – eine in traditionellem mexikanischen Trachtenkleid mit gebrochenem Herzen und die andere in moderner Kleidung mit ganzem Herzen. Kahlos ständige Neugestaltung und Schichtung der eigenen Identität war ein wichtiger Vorläufer der Identitätsdebatte und inspiriert noch heute Künstlerinnen und Künstler auf aller Welt.

Élisabeth Vigée Le Brun

Élisabeth Vigée-Lebrun Selbstporträt

Als völlige Autodidaktin wurde Louise Élisabeth Vigée Le Brun trotz großer Hindernisse zu einer Künstlerin und war in einer der turbulentesten Zeitepochen der europäischen Geschichte künstlerisch aktiv. Mit der Unterstützung von Marie Antoinette wurde sie im Alter von 28 Jahren als eine von nur vier weiblichen Mitgliedern in die französische Kunstakademie aufgenommen. Besonders gelobt wurde Vigée Le Brun für ihre liebevollen Porträts von Adelsfrauen, die als naturalistischer gemalt gelten als viele Werke ihrer Zeitgenossen. Die Künstlerin, die während der Französischen Revolution aus Paris fliehen musste, reiste durch ganz Europa und erhielt beeindruckende Aufträge in Florenz, Neapel, Wien, Sankt Petersburg und Berlin, bevor sie nach Beendigung des Konflikts nach Frankreich zurückkehrte.

Helen Frankenthaler

Frankenthaler, Helen (1928- ) - 1952 Mountains and Sea (National Gallery of Art, Washington D.C.)

Helen Frankenthalers bahnbrechendes “Berge und Meer” von 1952 spielte eine zentrale Rolle beim Übergang von der Gestalt des Abstrakten Expressionismus zu den flachen, meditativen Formen der Farbfeldmalerei. In erster Linie eine Farbenkünstlerin, goss Frankenthaler Farbbüchsen auf ansonsten unbearbeitete Leinwände, so dass das Material in den Untergrund eindringen konnte und gestaltlose Formen bildete. Als Künstlerin des Abstrakten Expressionismus gelang es Frankenthaler, die von Männern dominierte Bewegung zu erobern und ihrer eigenen, einzigartigen künstlerischen Stimme Gehör zu verschaffen.

Ihre Arbeit ist derzeit Teil einer Ausstellung mit dem Titel “Women of Abstract Expressionism”, die 2016 im Denver Art Museum eröffnet wurde und das Mint Museum in Charlotte und das Palm Springs Art Museum besuchen wird.

Agnes Martin

Friendship – Agnes Martin, 1963

Agnes Martin wird oft mit der Minimalismusbewegung in Verbindung gebracht, existierte in einer ganz eigenen Kategorie und entzieht sich einer eindeutigen Kategorisierung. Die überaus private und spirituelle Martin erklärte, dass ihre Gemälde in Briefmarkengröße zu ihr kamen, die sie auf großformatige Leinwände übertragen würde.

“Friendship 1963”, eine glitzernde goldene Symbolfigur, ist ein fabelhaftes Beispiel für ein wegweisendes Rasterbild der Künstlerin. Martins zart eingeschnittene Linien, scheinbar perfekt und bei näherer Betrachtung doch von Menschenhand durchdrungen, erzeugen ein unendliches Feld mit einer geheimnisvollen Qualität – die Verkörperung einer überirdischen Ruhe.

Maggi Hambling

Die britische Künstlerin Maggi Hambling sorgte für großes Aufsehen bei der Errichtung einer provokanten Skulptur von Oscar Wilde vor dem Trafalgar Square in London.

Maggi Hamblings malerische Arbeit unterscheidet sich jedoch deutlich von ihren plastischen Werken. Bewegend und inspirierend sind ihre Seelandschaften, für die die Künstlerin wahrscheinlich am berühmtesten ist, zugleich eine schöne und brutale Hommage an die Kraft des Wassers.

Elaine Sturtevant

"Elaine

Die Arbeiten von Elaine Sturtevant führen zu einer Doppelbelastung. Was zunächst wie ein Gemälde von Andy Warhol oder Jasper Johns aussieht, ist in Wirklichkeit ihre eigene Arbeit, die die Formen und Techniken des Originals mit einer beinahe verstörenden Genauigkeit anwendet. Seit 1964 greift Sturtevant das Werk ihrer männlichen Zeitgenossen auf, um die Hierarchie von Geschlecht, Originalität und Autorschaft sowie die Strukturen von Kunst und Kultur zu hinterfragen.

Tatsächlich hat Warhol sogar zugestimmt, dass Sturtevant mit seinem Siebdrucker dasselbe Marilyn-Sieb produzieren darf, das er in seinem eigenen Werk verwendet hat. Wie Sturtevant sich noch einmal erinnert, antwortete Warhol auf die Frage nach den Details seiner Vorgehensweise, dass sie doch bitte Elaine fragen sollen.

Yayoi Kusama

Die Königin des Polka-Dots, Yayoi Kusama, war in den 1960er Jahren eine bedeutende Kraft der fortschrittlichen Kunstszene. Durch ihre 2012 entstandene Zusammenarbeit mit Louis Vuitton hat sie die Grenzen ihres Kunstschaffens noch weiter überschritten, sogar in Richtung Mode. Ihre Aktionen in den 1960er Jahren waren bahnbrechend, insbesondere der Narzissengarten von 1966, den die Künstlerin auf der Biennale in Venedig auf internationaler Bühne aufführte. Gefördert von ihrem Künstlerfreund Lucio Fontana, sammelte Kusama 1500 silberne Kugeln auf einer Wiese und bot sie den Besuchern für je rund 2 Dollar zum Verkauf an, um die Kommerzialisierung der Kunstwelt zu kritisieren.

Vija Celmins

Vija Celmins wurde in Lettland geboren und lebt in New York. Sie ist eine Meisterin in der Kunst der foto- und hyperrealistischen Malerei und passt ihr Farbmedium perfekt an ihre Botschaft an. Mit der handwerklich geschickten Technik des Hyperrealismus ähneln die unglaublichen Details von Celmins’ Werk einem Foto von Ansel Adams, das die dramatische und inhärente Schönheit atemberaubender Naturlandschaften offenbart.